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Bitclub Network Betrug oder seriöses MLM?

Bitclub Network verspricht durch Bitcoin-Mining überdurchschnittliche Renditen. Doch kann so ein Geschäftsmodell tatsächlich funktionieren? Eine kritische Analyse.

Soviel vorab, es wäre definitiv toll wenn Bitclub Network kein Betrug wäre, denn wer möchte nicht ohne was zu tun saftige Renditen erzielen. Allerdings, sollte man natürlich allgemein eine gesunde Skepsis haben wenn Renditen versprochen werden welche weit über den Marktdurchschnitt liegen. Warum? Rendite sagt immer etwas über das Risiko aus, d.h. je höher die mögliche Rendite umso riskanter ist auch eine Anlage, denn die Höhe des Zinses ist der Ausgleich für das eingegangene Risiko.

Der Bitclub Network unterscheidet sich allerdings schon dadurch das keine Erträge zugesagt werden. Wenn ich bspw. Aussagen höre wie 5% Rendite im Monat und mehr und dies auch noch fest, dann weiß ich bspw. bereits im Vorfeld das solche Versprechen zu 99,99% unseriös sind. Beim Bitcoin Network wird hingegen sowas nicht getan und nur behauptet das man am Bitcoin-Mining Anteile erwerben kann, welche nach 600 Tagen auslaufen. Renditezusagen werden dabei nicht getätigt, soweit also schaut es seriös aus.

Allerdings, berichten viele Kunden darüber, dass sie in kurzer Zeit ihr Kapital vervielfachen konnten. Sogar Network-Marketing Portale haben über Bitclub Network und die generierten Renditen von Mitgliedern berichtet. Und auch so mancher nicht unbekannter Networker, wie bspw. Jörg Wittke konnte offenbar nicht der Versuchung widerstehen und hat in den ersten 12 Monaten – nach eigenen Aussagen – 1,2 Millionen USD verdient.

Sieht doch also soweit alles sehr gut und seriös aus nicht wahr? 😉

Wie kann man sich beim Bitclub Network als Distributor beteiligen?

Um überhaupt an diesen Bitcoin-Minings Anteile erwerben zu können, benötigt es zuerst einer Lizenz von 99 USD. Erst danach kann man einen Bitcoin-Miningpoolanteil erwerben, welcher ab 500 USD startet.

Okay, 99 USD und mit 500 USD sich beteiligen klingt auch in Ordnung und ist ja schließlich auch bei vielen anderen MLM-Unternehmen üblich, nur das man dort eben allgemein Produkte erwirbt welche an Wert verlieren, da sie bspw. irgendwann verderben und somit nicht mal Wert beibehalten können.

Doch wie ich immer gerne predige, bevor Du über einen Einstieg in ein MLM-Unternehmen nachdenkst, schaue zuerst einmal auf das Produkt. Und hier bin ich mir absolut sicher, das 99% derjenigen welche bei Bitclub Network mitmachen, diesen wichtigen Punkt übergangen sind. Warum? Dazu jetzt mehr.

Wie realistisch ist es durch Bitcoin-Mining Erträge zu generieren?

Bitclub Network Betrug?

Bitclub Network Betrug?

Nun, wie in nahezu allen Dingen der Wirtschaft gilt: Je mehr Wettbewerb umso geringer die Margen.

Um aktuell noch mit Bitcoin-Mining oder Altcoin-Mining Erträge erzielen zu können bedarf es laut Bitcoin Austria Stromkosten welche im Idealfall um die 3 Cent/kWh liegen.

In Deutschland ist es bereits seit etwa dem Jahre 2014 so gut wie unmöglich noch mit Bitcoin-Mining profitabel zu sein. Warum? Weil die Stromkosten hierzulande von etwa 30 Cent/Kwh einfach zu hoch sind.

Da der Bitclub Network auf seiner Seite davon spricht in Island ansässig zu sein, scheint dies doch womöglich eine gute Wahl zu sein, denn in Island wird doch schließlich der Großteil des Stroms günstig mit Wasserkraft generiert, richtig?

Ja, zumindest sind die Stromkosten nur etwa 1/3 so hoch wie in Deutschland. Allerdings, sind selbst mittlerweile in Island die durchschnittlichen Preise für Strom mit 10,5 Cent/kWh etwa 3 x zu hoch als das sich das Geschäftsmodell für den Bitcoin Schürfer realistisch rechnen könnte. An diesem Punkt also sollte eine erste gesunde Skepsis aufkommen. Warum und wie kann es sich Bitclub Network dennoch leisten an so einem verhältnismäßig teuren Ort noch das Bitcoin Mining profitabel zu gestalten?

Dem nicht genug, steht auf der Webseite des Bitclub Networks das man zukünftig etwa 70% der Gelder in diese Einrichtung reinvestieren möchte.

Meine Vermutung: Es klingt einfach schön wenn man behaupten kann den Strom sauber zu erzeugen. Kaufmännisch hingegen reiner Selbstmord, zumindest wenn diese Anlagen tatsächlich in Island existieren.

Neben den Stromkosten fallen natürlich Kosten für die benötigte Hardware an. Diesbezüglich spricht Bitclub Network davon das man durch die vielen Mitglieder immer preiswertere Vorteile beim Erwerb dieser Komponenten generieren wird. In der Betriebswirtschaft nennt man sowas im Übrigen Economies of Scale (Massenproduktionsvorteile). Je mehr Einheiten also für etwas produziert werden umso weniger muss eingesetzt werden. Diese Logik klingt also auf den ersten Blick plausibel.

Womöglich hat Bitclub Network dadurch zu der Konkurrenz einen Vorteil. Selbst wenn Bitclub Network nicht selber Mining Geräte, also zum schürfen der Bitcoins, produziert, könnte es dennoch als Abnehmer von entsprechender Hardware mit dem Wachsen der Community Preisvorteile beim Erwerb generieren.

Warum Bitclub Network dennoch zu 99,999% Betrug ist

Bisher haben wir ja als alleiniges echtes Indiz, dass Bitclub Network Betrug sein könnte, die eigentlich zu hohen Stromkosten und gleichzeitig der Aussage trotz sinkender Profitabilität weiter in Island bleiben zu wollen. Warum bspw. nicht in Bosnien & Herzegowina wo die Kilowattstunde Strom nur etwa 8 Cent statt 10,5 Cent kostet. Allein das wären doch schon etwa 20% mehr Rendite 😉

Doch jetzt kommen leider die Punkte welche in den Indizien erdrückend sind. Allein schon das Business-Modell mit den extrem geringen Margen des Bitcoin-Minings ist unwirtschaftlich, denn die Vertriebsstruktur, welche ja auch indirekt bezahlt werden muss, ist für dieses Produktangebot viel zu teuer. Zahlen? Schätzungsweise etwa 30% der Investorengelder fließen in die Struktur, dadurch ist es nahezu unmöglich mit den übrigen 70% des Kapitals noch profitabel zu wirtschaften, geschweige attraktive Renditen zu zahlen.

Über eine MLM-Struktur also profitabel Bitcoin-Mining zu betreiben ist zwar an sich nicht unmöglich, doch keinesfalls wenn etwa 30% in die Struktur fließen. Dies ist einfaches 1×1 und braucht keiner kaufmännischen Rechnung.

Abgesehen von den ökonomischen Faktoren macht auch die Webseite bitclubnetwork.com einen alles andere als seriösen Eindruck. Weder gibt es ein Impressum, noch ist ein Unternehmen, Unternehmenssitz, geschweige Unternehmensform, angegeben.

Auch die Gründer der Firma, Personal etc. ist nirgends ersichtlich. Verhält sich so ein seriöses Unternehmen? Es wäre die erste seriöse MLM-Firma welche sich freiwillig verstecken würde, ganz abgesehen davon das in Deutschland eine Impressumpflicht bei kommerziellen Angeboten besteht.

Apropos deutsch, auch viele Rechtschreibfehler auf der Seite sind weitere Indizien dafür, das zu einem die Hintermänner nicht aus Deutschland kommen und zum anderen, man sich wohl nicht mal einen Übersetzer leisten kann.

Spätestens wenn man dann noch schaut wo die Webseite registriert wurde, in Panama, und auch aus dem Webseiteneintrag keine seriöse Adresse vorfindet, erkennt man weitere Indizien dafür, dass die Betreiber wohl alles tun um anonym zu bleiben. Hier der Whois-Eintrag: https://who.is/whois/bitclubnetwork.com Warum wohl all die Mühe der Anonymität?

Jede seriöse Firma welche zumindest vorhat „langfristig“ zu agieren macht genau das Gegenteil, nämlich Transparenz und Offenheit, denn Imagepflege und Vertrauen sind für Wettbewerbsfähigkeit extrem wichtig.

Betrüger und Abzocker hingegen versuchen sich zu verstecken. Und da die Versprechungen des Bitclub Networks logischerweise eh von keiner anderen seriösen Firma getätigt, weil nicht eingehalten werden können, hat man es natürlich auch erst gar nicht nötig sich zu zeigen. Betrug ist nämlich leider immer auch Wettbewerbsverzerrung bzw. unlautere Wettbewerb, also unfairer Wettbewerb zu bspw. seriösen MLM-Unternehmen, welche bspw „nur“ normale Produkte anbieten können.

Ebenso ist es leider auch unfairer Wettbewerb gegen seriöse Distributoren, welche sich an Betrug nicht beteiligen, ganz egal mit welchen Geldern man sie auch versucht zu ködern.

Fazit: Nach meiner Einschätzung ist Bitclub Network Betrug. Sowohl von der ökonomischen Seite geht das Businessmodell nicht auf, wie auch von der Webseite aus gibt es Indizien welche klar auf Betrug hindeuten. Alles andere wäre ein großes Wunder. Denn eine Eiermilch legende Wollmilchsau gibt es und gab es noch nie im Multi-Level-Marketing, genauso wenig wie sie es in der klassischen Wirtschaft geben kann. 😉

Offensichtlich bin ich nicht der erste, der dies erkannt hat und es gibt nun sogar schon Anzeigen gegen Bitclub Network, u.a. von der FMA (Finanzmarktaufsicht) beim Bundeskriminalamt für Cyberkriminalität.

Nach meiner Einschätzung versuchen die Betreiber hinter Bitclub Network lediglich den Bitcoin zu nutzen um ein Ponzimodell zu tarnen und gleichzeitig die Renditen so glaubwürdiger erscheinen zu lassen. Auch kann es tatsächlich sein das ein Teil der Gelder in echte Hardware investiert wird, doch dies ist meiner Meinung nach nur ein Alibi, um behaupten zu können ein reales Produkt zu haben.

Ähnliche Konstruktionen und versteckte Ponzis wurden hier im Blog ja schon zahlreich genannt und als solche immer richtig aufgedeckt. MAP, GPA, Starad24, Beonbush, Evo Binary, Recyclix und Co lassen grüßen.

Mein Tipp: Hände weg! Mit seriösem Multi-Level-Marketing und echten Produkten, welche wirklich „langfristig“ funktionieren, hat dieser selbst ernannte Club offenbar absolut nichts zu tun. Alles spricht dafür, das Bitclub Network Betrug ist.

networker
 

Konnte bereits während seines Studiums, durch Inbound-Marketing-Strategien, in 3 unterschiedlichen MLM-Systemen, jeweils ein hauptberufliches Monatseinkommen über das Internet aufbauen und über 400 Firstliner/Erstlinien sponsern und zählt somit zu einer der erfolgreichsten rekrutierern der MLM-Branche.

Einen Teil seiner MLM-Erfahrungen, sowie Tipps und Tricks zum Online-Marketing und Geld verdienen im Internet, veröffentlicht er hier im Blog.

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